Landesbeauftragte zu erfassten Straftaten gegen Geflüchtete: „Jede Straftat ist eine zu viel“

Für das Jahr 2021 verzeichnete die niedersächsische Polizei einen Anstieg von Straftaten der politisch motivierten Kriminalität gegen Asylbewerberinnen und Asylbewerber. Waren es im Jahr 2019 noch 130 und im Folgejahr 98 erfasste Straftaten, so zählte die Polizei im Jahr 2021 164 Straftaten gegen Geflüchtete. Die Delikte reichen dabei von alltäglicher Hetze bis hin zu Körperverletzung. Gerade auch Hetze und Volksverhetzung auf den „sozialen“ Medien stellten einen weiterverbreiteten Straftatbestand dar.

Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe betont daher:

„Jede dieser Straftaten gegen Geflüchtete ist eine zu viel. Als Gesellschaft müssen wir klar für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger einstehen. Zudem muss klar sein, dass jede dieser Straftaten nachverfolgt und mit aller Härte des Gesetzes bestraft wird.“

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.braunschweiger-zeitung.de/niedersachsen/article234899831/Zahl-der-Straftaten-gegen-Fluechtlinge-in-Niedersachsen-steigt.html

Landesbeauftragte fordert anlässlich des Weltfrauentages mehr Entlastung für Frauen

Heute am Internationalen Frauentag schaut die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, auch auf die Belastungen durch die Pandemie, die Frauen weltweit und auch in Niedersachsen zu einem großen Teil schultern. Ein aktueller Bericht der Vereinten Nationen sowie zahlreiche Studien weisen daraufhin, dass Frauen und Kinder zu den „Verlierer:innen“ der Pandemie zählen. Die Hans-Böckler-Stiftung spricht davon, dass sich in der Pandemie die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern verstärkt hat.

Frauen arbeiten beispielsweise überdurchschnittlich oft in sogenannten „systemrelevanten“ Berufen – wie beispielsweise in der Pflege. Durch diese Tätigkeit sind Frauen auch vulnerabler sich mit dem Corona-Virus anzustecken. Gerade auch Frauen mit Zuwanderungsgeschichte und Migrationshintergrund arbeiten überproportional häufig in Berufen der kritischen Infrastruktur – auch bei uns in Niedersachsen.

Hinzu kommt, dass Frauen noch immer den Großteil der privaten Pflege- und Familienarbeit leisten. Hier ist die Pandemie nachweislich ein weiterer Belastungsfaktor, der eine Retraditionalisierung von Geschlechterrollen vorangetrieben hat. Zudem offenbart der UN-Bericht, dass die Anzahl von Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, weiter stark ansteigt,“. Frauen unter Druck – so liest sich der Bericht der UN.

Doris Schröder-Köpf fordert daher gerade auch für Frauen in Niedersachsen, dass diese wieder stärker entlastet werden und einem „Geschlechter-Rollback“ entgegengewirkt wird – auch mithilfe der bundespolitisch verankerten Gleichstellungsstrategie.

Weiterführende Informationen finden Sie beispielsweise hier:

https://www.dgb.de/themen/++co++b09f98ca-783c-11eb-9e10-001a4a160123

https://frauen.verdi.de/themen/gleichstellung/++co++4812399a-83a8-11ea-b60e-001a4a160119

https://www.unwomen.de/aktuelles/corona-eine-krise-der-frauen.html

https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-ruckschritt-durch-corona-23586.htm

„Work it out“: Berufseinstieg für internationale Studierende während der Pandemie

Das Zertifikatsprogramm ‚Work it out!‘ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg unterstützt internationale Studierende beim Übergang ins Berufsleben. Das Projekt wurde im November 2021 vom Stifterverband als „Hochschulperle des Monats“ ausgezeichnet.

15 Studierende aus aller Welt absolvierten von Dezember 2020 bis Oktober 2021 den Zertifikatskurs „Work it out!“, den die Zentralen Studien- und Karriereberatung (ZSKB) in Zusammenarbeit mit dem International Office des Dezernats 3 der Universität Oldenburg aufgelegt hat. „Der Kurs bereitet internationale Studierende mit und ohne Fluchterfahrung auf den Start in den Beruf in Deutschland vor“, berichtet ZSKB-Mitarbeiter Lukas Engelmeier, der das Programm koordiniert. Inzwischen geht das Zertifikatsprogramm in leicht veränderter Form in ein neues Förderjahr und bietet auch 2022 den Teilnehmenden die Chance, den Übergang von der Universität in das Berufsleben aktiv zu gestalten.

Zuletzt wurde das Projekt vom Stifterverband als „Hochschulperle des Monats“ ausgezeichnet. „Das Projekt gibt den Teilnehmenden die Chance, sich trotz Pandemie aktiv auf den Berufseinstieg vorzubereiten“, hieß es in der Entscheidung der Jury des Stifterverbandes. Mit dem beispielhaften Peergroup-Ansatz gelinge es der Universität Oldenburg, die Studierenden online zusammenzuhalten. Die Auszeichnung hat das Ziel, kleine, innovative Vorhaben überregional sichtbar zu machen und andere Hochschulen zu inspirieren. 2021 stand sie unter dem Oberthema „Übergänge in Zeiten der Pandemie“ und widmete sich Initiativen, die internationale Studierende an kritischen Punkten des Studiums unterstützen.

Vielfältige Angebote ermöglichen die Berufsvorbereitung in Zeiten der Pandemie

Das Ziel des Oldenburger Projekts, das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Programm INTEGRA mit Mitteln des Bundesforschungsministeriums gefördert wird, ist es, den Studierenden Kenntnisse über den deutschen Arbeitsmarkt zu vermitteln und ihnen so den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern. Auf dem Programm stehen unter anderem Workshops zur Berufsorientierung und zum regionalen Arbeitsmarkt, ein interkulturelles Training, Betriebsbesichtigungen und der Career Day der Universität. Bei Bewerbungstrainings erhalten die Teilnehmenden Feedback zu ihren Bewerbungsunterlagen und sie üben in Rollenspielen, wie typische Vorstellungsgespräche ablaufen. Darüber hinaus bietet der Kurs auch individuelle Beratung und vermittelt Kontakte zum Alumni-Netzwerk der Universität.

Positives Feedback der Teilnehmenden

Bei den Teilnehmenden fand das Programm großen Anklang: Viele äußerten sich zufrieden und lobten etwa die gute Vorbereitung. „Ich habe daraus wertvolle Erfahrungen für meine spätere Berufswahl gezogen“, schrieb eine Teilnehmerin in der Schluss-Evaluation des Kurses aus dem Jahr 2021. Lukas Engelmeier freut sich auf den nächsten Durchgang und neue Gesichter – die Auftaktveranstaltung ist bereits vorbereitet.

Konferenz der Integrationsbeauftragten in München (15.-16.11.2021)

Vom 15.-16.11.2021 trafen sich auf Einladung der bayrischen Integrationsbeauftragen, Frau Brendel-Fischer, die Integrationsbeauftragten aller Bundesländer bzw. die jeweils entsandten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf der Konferenz in der Allerheiligen-Hofkirche wurden Themen wie die Entwicklung des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes für Menschen mit Migrationshintergrund aufgegriffen, sowie Berichte aus den Bundesländern, das Thema interreligiöser Dialog und islamischer Unterricht. Zudem wurden gemeinsame Resolutionen besprochen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/integrationsarbeit-in-den-bereichen/gesellschaft-und-teilhabe/bundeskonferenz-der-integrationsbeauftragten-von-bund-laendern-und-kommunen-buko–1880560

Broschüre zu Antisemitismus in Niedersachsen erschienen

Antisemitismus ist in unserer Gesellschaft leider noch immer tief verankert. Das haben nicht nur Anschläge wie jener in Halle verdeutlicht.

In Niedersachsen wurde daher im Jahr 2019 Dr. Franz Rainer Enste zum Landesbeauftragten gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens benannt. Gemeinsam mit Justizministerin Barbara Havliza Weiterlesen

Datenbasis zu Migration und Teilhabe: Integrationsmonitoring 2018

Die Arbeit für Menschen mit eigener oder familiärer Zuwanderungsgeschichte braucht verlässliche und differenzierte Daten, die Auskunft darüber geben, wie sich die Migrations- und Teilhabeprozesse vollziehen und welcher Stand erreicht ist. Dies bietet das so genannte Integrationsmonitoring des Niedersächsischen Sozialministeriums in der neuesten Auflage 2018. Ziel ist es Aufschluss darüber zu geben, in welchen Bereichen Migrations- und Teilhabeprozesse erfolgreich verlaufen und wo es Handlungsbedarf gibt.

Betrachtet wird insbesondere die sogenannte strukturelle Teilhabe, zu der zahlreiche Daten aus der amtlichen Statistik vorliegen. Diese betrifft in erster Linie die Einbindung in das Bildungssystem und in den Arbeitsmarkt. Wichtig sind zudem die soziale, kulturelle und identifikative Teilhabe. Hinzu kommen die sozial-räumliche Teilhabe, die interkulturelle Öffnung und die gleichberechtigte Partizipation von Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte in der Gesellschaft.

Danach erkennbare Unterschiede in den Ergebnissen zwischen den Bevölkerungsgruppen können allerdings nicht vereinfachend allein auf die Zuwanderungsgeschichte zurückgeführt werden. Sie bedürfen insoweit einer weitergehenden Analyse der jeweils maßgebenden Lebenssituationen, die durch vielfältige soziale Merkmale bestimmt werden, unabhängig von einer eigenen oder familiären Migrationserfahrung.

Herunterladen können Sie das Monitoring hier (Excel-Datei) oder auf der Webseite des Nds. Sozialministeriums.

Weiterführende Daten finden Sie auf den Seiten des Landesamtes für Statistik Niedersachsen.

Tätigkeitsbericht der Härtefallkommission 2017 erschienen!

Seit dem Jahr 2006 prüft die Härtefallkommission des Landes Niedersachsen in Einzelfällen das Vorliegen dringender persönlicher oder humanitärer Gründe, die ausnahmsweise den weiteren Aufenthalt in Deutschland für ansonsten ausreisepflichtige Ausländerinnen und Ausländer ermöglichen. Weiterlesen

BIM-Studie: Viele Flüchtlingsinitiativen stellen bewusst keine Förderanträge

Laut einer aktuellen Studie des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung der Humboldt-Universität (in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann-Stiftung) hat gezeigt: Obwohl Flüchtlingsinitiativen in Deutschland oft zusätzliche Finanzmittel benötigen, nimmt mehr als ein Drittel (37 %) von ihnen keine Fördermittel in Anspruch. Weiterlesen

Neue Bertelsmann-Studie: Jugendliche ohne deutschen Pass haben deutlich schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Für ausländische Jugendliche und Hauptschüler sind die Aussichten auf einen Ausbildungsplatz in Deutschland trüb. So lautet ein Ergebnis des von der Bertelsmann-Stiftung herausgegebenen „Ländermonitors berufliche Bildung 2017“. Weiterlesen

Landesamt für Statistik: Menschen mit Migrationshintergrund häufiger von Armut betroffen

Laut dem aktuellen Monatsheft des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik hatten im Jahr 2016 Menschen mit Migrationshintergrund (in Nds. 1,56 Mio., 19,6%) in fast allen Lebensbereichen schlechtere Chancen und waren häufiger von Armut bedroht als Niedersachsen ohne Migrationshintergrund. So belaufe sich die Armutsquote unter dieser Personengruppe auf 30,9%, während sie unter Deutschen ohne Migrationshintergrund 12,2% betrage. Bei Ausländerinnen und Ausländern liege sie gar bei 43%). Auch in Bezug auf die Erwerbstätigkeit gebe es sichtbare Unterschiede. So 68,1% der Menschen mit Migrationshintergrund erwerbstätig, während diese Durchscnittsquote bei der restlichen Bevölkerung bei 78,5 % liege.

Der Monatsbericht, der viele weitere soziographische Daten enthält, kann auf der Webseite des Landesamtes für Statistik im Volltext heruntergeladen werden.

 

Broschüre für Unternehmen erschienen: „So gelingt der Berufseinstieg geflüchteter Frauen in Ihr Unternehmen“

„Perspektiven bieten: So gelingt der Berufseinstieg geflüchteter Frauen in Ihr Unternehmen“, das ist der Titel einer neuen Broschüre, die das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit der DIHK veröffentlicht hat. Weiterlesen

18,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben in Deutschland

Wie das Statistische Bundesamt am 01. August mitteilte, ist die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland im vergangenen Jahr auf etwa 18,6 Millionen Menschen gestiegen. Das ist ein Zuwachs um 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Höchststand. In Niedersachsen beläuft sich die Gesamtzahl der Menschen mit Migrationshintergrund laut des Statistischen Bundesamtes in 2016 auf etwa 1,5 Millionen, das sind 19,6 Prozent. Weiterlesen